Anfang Juli

Es hat sich nichts verändert und alles ist trotzdem anders.
Vom Dreizehnten Stock aus habe ich einen sehr guten Blick über die Wolken, die den Himmel bis ans Ende der Welt bedecken. Manchmal regnet es, meist ist es einfach kalt.
Sommer ist es trotzdem geworden, denn ich habe alle meine Prüfungen für dieses Semester geschrieben und bin für eine sehr kurze Zeit frei.
Das kann mir nun wirklich keiner nehmen. Ich war auf einer Insel. Ich war ein paar Tage Zuhause. Jetzt bin ich wieder an meinem Platz hier oben und gucke raus. Wahrscheinlich ist es irgendein Naturtrieb, dass wir uns gerne an Orte begeben, die möglichst weit über N.N. liegen, denke ich immer wieder. Da hat es die Menschheit einmal auf die Hinterbeine geschafft und plötzlich hockt man in irgendwelchen Türmen, schaut hinab und genießt die Aussicht. Wolkenkratzer: eine seltsame Mischung aus effektiver Flächennutzung und Hybris. Alle Gebäude mit mehr als dreizehn Stockwerken sind übertrieben – meine Meinung.

Mein Fahrrad hat eine Acht in der Felge. An einer bestimmten Stelle schleift die Bremse deshalb immer. Je schneller ich fahre, desto öfter werde ich ausgebremst. Je langsamer ich fahre, desto länger dauert das Bremsen an. Irgendeine Analogie zum Leben? Ich gehe am besten zu Fuß.

Nächste Woche soll das Wetter dann auch wieder gut werden, aber vielleicht auch nicht oder nur für zwei Tage, wer weiß das schon und irgendwie auch egal.

Published by


Hinterlasse einen Kommentar