Der Blumenmann wollte mir 25 Rosen schenken und weil er nicht wusste, ob er an meinem Geburtstag im Sommer noch leben würde, sollte es schnell gehen. Er lud mich zu sich nach Hause ein und ich ging tatsächlich hin. Nur für ein paar Minuten, sagte ich beim Hineintreten. Es roch nach Essen, er hatte Fisch gekocht, den ich nicht essen werden würde. Seine Wohnung war extrem spärlich eingerichtet. Wie bei jemandem, der sein Leben in einem Blumengeschäft verbringt und selten daheim ist. Eine nichtssagende Leinwand mit einem Foto von New York an der Wand, ein paar Stühle, ein gigantischer Fernseher. Ich aß Trauben auf dem Balkon, lehnte den Wein dankend ab und hörte ihm zu, als er von seinem Leben erzählte. Einem Leben im Irak, in Frankreich, in vielen Ländern und irgendwann in Deutschland. Ein Sohn, Medizinstudent, zu dem er keinen Kontakt hat. Eine Frau, die gestorben war. Es war alles traurig, aber er sagte, er sei sehr glücklich mit seinem Leben.
Ich glaube ihm. Dann drückte er mir einen Strauß Rosen in die Hand und ich ging wieder hinaus. Zum Abschied sagte er mir: „Wir sind alle auf diese Welt geboren worden, um sie zusammen zu pflegen.“
Das ist alles schon einige Monate her. Ich wohne mittlerweile woanders und habe ihn seitdem nicht mehr gesehen. Aber ich kenne jetzt seinen Namen.

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