Im Praktikum mussten wir uns die JVA anschauen, die hinter dem Postverteilzentrum auf einen gigantischen Acker gebaut wurde.
Auf der zugehörigen Internetseite wird über die Dinge informiert, die der Inhaftierte mitbringen darf:
[…]
Schlafanzüge 2
Unterhosen 10
Anzüge ohne Krawatte 1
Gästehandtücher 2
[…]
Die einzigen Gäste sind wir und wir benutzen die Handtücher auch nicht.
Beim Sport tragen alle Inhaftierten Adidas Sambas, die von der JVA gestellt werden. In der Produktion werden Pappaufsteller zusammengefaltet und es darf geraucht werden. Der Justizvollzugsbeamte erzählt uns, dass die Auftragslage gerade schlecht sei. Man konkurriere mit Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderung arbeiten und diese seien momentan wohl eher en vogue. Einige nicken betroffen.
Wir dürfen fast alles anschauen: den kargen Außenbereich, den Besuchsbereich mit der traurigen Spielecke für die Kinder, die vollgefließte Einzelzelle mit der Gummimatratze auf dem Boden. In der Sicherungsverwahrung wird uns ein privater Haftraum aufgeschlossen. Ich glaube nicht, dass der Bewohner gefragt wurde und schaue nicht hinein. Hinter der Tür hängt ein Perlenvorhang, der nicht im Wind schaukeln kann, weil es hier keinen Wind gibt.
Ich möchte wirklich nie mehr hierher zurückkehren.
