Ich habe mich getäuscht! Es ist noch längst nicht Sommer. Es regnet jeden Tag.
Gestern war der Regenradar sogar kurz ganz violett eingefärbt über unserer Stadt. Als ich im blassblau nach draußen ging, hatte sich die Luft in einen Dunst verwandelt. Kurz dachte ich, wie schön es ist, dass es für diesen seltenen Zustand ein eigenes Wort gibt, denn richtig nebelig war es nicht. Eher so wie manchmal im Gewächshaus oder so, ich kann es schwer beschreiben. Als wäre die Brille beschlagen nur in echt. Netzhaut beschlagen. Als wäre die Welt in kursiv geschrieben. Jedenfalls viel Wasser in der Luft und auf der Straße und sowieso.
Richtig Sommer ist überhaupt erst, wenn man dazu bereit ist, finde ich. Sommer geschieht nicht, man muss sich aktiv dafür entscheiden. Sommer existiert nur wirklich, wenn inneres Sehnen und tatsächliche Umstände kongruent werden. Man muss Sommer machen. Ansonsten ist es nur heiß und das mag ja wirklich fast niemand.
Das Gute ist: Der Sommer kommt dann, wenn man bereit ist. Das Schlechte ist: Wenn man nicht bereit ist, kommt der Sommer nicht. Sonst wäre er ja nur eine Jahreszeit.
Gerade habe ich noch keine Zeit für meinen Sommer. Deshalb kann ich ihn gar nicht verpassen. Er kommt, wenn ich hier mit allem anderen fertig bin. Warm ist es auch nicht. Nass ist es. Wir wohnen aber auf einem Berg und ich habe eine neue wasserdichte Hose. Deshalb macht mir der Regen nichts aus. Es könnte alles schlechter sein.
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